Es ist meine Mom

Ihr seid lieb, alle wie ihr da so schreibt.

Ich weiß das ihr es gut meint, aber ja aber, versucht mal alle für Euch kurz inne zu halten, überlegt mal was ihr tun würdet wenn Eure Mom euch verstoßen hätte, überlegt ob Ihr Briefe einfach so wegwerfen,zerreißen,verbrennen würdet, oder ob ihr nicht auch die kleine Hoffnung hegen würdet, das da drin steht „Bitte melde Dich“.

Es ist meine Mom, sie mag gemein,fies, böse zu mir sein, aber es ist meine Mom.

Ich bin sicher nicht stolz auf meine Mom, aber ich bin in ihr herangewachsen und irgendwie verbindet das, sie empfindet scheinbar nicht das gleiche, aber ich wünsche mir trotzdem das sie mich lieb hat, stolz auf mich ist, auch wenn ich weiß das das nie der Fall sein wird.

Meinen echten Vater kenne ich nicht, da sie nun mal nicht zu gibt nicht treu gewesen zu sein, vielleicht wäre es sonst einfacher, wenn wenigstens einer meiner Erzeuger zu mir stehen würde, ich weiß es nicht.

So sehr wie ich NICHT so sein will wie sie, so sehr wünsche ich mir doch das sie mich endlich mal sieht, als das was ich bin, ihre Tochter, nicht das Ding was sie enttäuscht.

Um es auf den Punkt zu bringen, in der Karte, welche diesmal wirklich hübsch ist und mich sehr gefreut hat, bevor ich sie öffnete, wünscht sie mir alles Gute zum Geburtstag, bis dahin super.

Danach überhäuft sie mich mit Vorwürfen, mit sehr bitteren Vorwürfen, sie schiebt mir die Schuld in die Schuhe, eigentlich wie immer.

Sie hat mir an den Kopf geworfen sie haben keine Tochter mehr und macht mir nun den Vorwurf ich hätte sie weggeworfen, die Tür zugeknallt, wäre abgehauen, hätte sie sitzen gelassen, ihr den Rücken gekehrt, ohne was zu sagen ohne Erklärung.

Den genauen Wortlaut möchte ich hier nicht wiedergeben, mir stehen schon wieder die Tränen in den Augen, aber sinngemäß steht es so in der GEBURTSTAGSKARTE, nett nicht wahr.

Meine Mama war in meinen Augen immer eine wunderschöne Frau, ich hab als kleines Mädchen zu ihr aufgeschaut, hab gehofft das sie mich sieht, mich mal anlächelt, aber leider war ich wohl immer zu klein, sie sah mich nicht, lächelte immer nur die anderen an.

Ich war ein tollpatschiges kleines Mädchen, hab mich schmutzig gemacht, hab eigentlich immer nur Arbeit verursacht, ihren Unwillen auf mich gezogen, nie war ich das Vorzeigepüppchen, auf das Sie stolz sein konnte, immer waren die anderen Kinder toller, schöner, schmucker, ich war nur ein Trampel, ein Nichts.

Ich hab gelernt im Haushalt mitzumachen, hab kochen gelernt, aus einem Buch nicht von Ihr, hab backen gelernt, auch aus einem Buch und mit ein paar Hilfen von meiner Omili, nette Worte dafür??? Fehlanzeige, eher so Ansagen, ich könne dann jetzt mal ne Schwarzwälder Kirsch Torte machen wenn ich schon backen wolle, hab ich gemacht, aber Lob, nein Lob bekommen andere, nicht ich, wozu auch, man erwartet ja das ich Aufträge erfülle, Zuwiderhandlungen werden bestraft.

Aber wisst ihr was, egal was sie tat, Sie ist meine MOM und ich kann diese Briefe nicht einfach wegwerfen, vielleicht kann ich es irgendwann, aber solange wie nicht, werd ich diese Briefe nehmen, zu meiner Psychologin gehen und mir da durch helfen lassen, also bitte nicht böse sein, wenn auch der nächste Brief mir wieder weh tut, vielleicht kommt ja auch keiner mehr, ich kann auf jeden Fall verkünden, das ich keine mehr schreibe, soweit bin ich wenigstens schon.

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6 Antworten zu “Es ist meine Mom

  1. Sehr schwierig als Aussenstehender da was zu zu sagen. Aber wenn mit jedem Brief bei dir doch Hoffnung aufkeimt, die dann doch wieder enttäuscht wird…

    Du hast ihr auch geschrieben? Hast du ihr gesagt was du möchtest? Was dü fühlst? Und dann? Was für eine Reaktion? Habt ihr mal versucht miteinander zu reden? Nicht am Telefon, sondern irgendwo auf neutralem Boden? Hör auf dir die Schuld zu geben.

    Also ich könnte das nicht. Ich würde versuchen das zu klären. Wäre das nicht möglich, dann wird ein Schlussstrich gezogen. Eben genau aus dem Grund, damit mich nicht jeder Brief wieder dermaßen runterzieht und ins Herz trifft. Zurück an den Absender oder verbrennen. Das geht doch so nicht. Du wirst erst deine Ruhe finden, wenn sie tot ist und wahrscheinlich dann noch nicht. Das musst du irgendwie für dich erledigen. Ob nun gut oder böse.

  2. geschrieben hab ich mehrfach, hab auch versucht mit ihr zu telefonieren, ein persönlicher besuch prallte an meinem „vater“ ab, da ich 600 km weit weg wohne kann ich auch nicht eben mal so vorbei
    am telefon sagte sie laut vernehmbar zu meiner großmutter „sie habe keine tochter“, auf meine briefe hat sie nie reagiert, so das ich auch nicht weiß ob sie die je bekommen hat oder ob „er“ die abgefangen hat

    ich weiß das ich einen schlussstrich ziehen muss und darauf arbeite ich mit meiner psy. ja auch hin, aber das ist nun mal nicht so leicht.
    ich hab ein großes päckchen auf meiner seele zu tragen und das läßt sich nicht so einfach wegwischen, das will stück für stück betrachtet und abgelegt werden, dafür wachse ich stück für stück und werde stärker (hoffe ich) weihnachten und zu ihrem geburtstag hab ich schon nicht mehr geschrieben, ein erster schritt

  3. Ach so, wenn der Vater, der ja wohl nicht deiner ist, da auch noch gegensteuert, dann ist es noch schwieriger.

    Aber wenn du sagst du wächst, dann bist du in die richtige Richtung unterwegs.

  4. *umarm* Ich würde Dir so gerne sagen „Es wird alles wieder gut“ Kann ich aber leider nicht und so kann ich Dir nur meine Freundschaft und mein Ohr und vielleicht meine schmale Schulter anbieten *drück* Ich bin da.

  5. So wie du gesagt hast, sie ist deine Mam und wird immer deine Mam bleiben. Egal, ob sie sagt, dass sie keine Tochter hat. Dem ist nicht so und ich glaube, dass weiß sie auch sehr genau.

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