Ungeliebtes Kind

es ist nacht, ich liege in meinem bett und bin kurz vorm einschlafen und plötzlich diese bilder, bilder von meiner heimat, meinen eltern, ich schreie, schreie meine enttäuschung, meine wut, meinen frust heraus, lautlos in meinen gedanken, ich bin hellwach

wir haben heute „wunderschön“ gesehen im tv und ich denke deshalb hab ich nun auch diese bilder im kopf und dieses gefühlschaos in mir, der beitrag ging über den harz, eine echt schöne gegend und in mir wurden bilder aus meiner kindheit wach, wage erinnerungen, fetzen aus der vergangenheit, sie haben gereicht, gereicht um das zugeschüttete wieder wach zu rufen, gereicht um die mühsam verdrängten gedanken der woche wieder hoch kochen zu lassen

ich sehe meinen vater und mir ist zum heulen, ich schrei ihn an (was neu ist), schrei ihn an das ich ihn hasse, das ich ihn so abgrundtief hasse, das ich hasse was er mir angetan hat in diesem gott verdammten haus, das er froh sein kann das ich ihn nicht anzeige ( ich denk ich hab meine entscheidung tief in meinem herzen getroffen, ich will nichts mehr mit ihm zu tun haben und ich glaube auch nicht das ich eine verhandlung durchsteh) das er mich zu einem seelischen krüppel gemacht hat, das ich seit über 5 jahren kämpfe für jedes kleine stückchen selbstbewustsein, das ich seit über 5 jahren kämpfe zu erfahren wer ich wirklich bin, lernen muss das es wirklich menschen gibt die in mir nicht nur was nichtsnutziges sehen oder mir an die wäsche wollen

ich hasse ihn

und sie??? was ist mit ihr???

ja irgendwie bin ich dann auf dem friedhof, ich bin am grab meines bruders, knie an seinem grab, meine fingerspitzen streichen über die kühle steinbegrenzung am fußende, über die ecke die kleine die mir zustand, die mir zugewiesen wurde, meine gedanken sind bei ihm, ich rede jedesmal in gedanken mit ihm wenn ich da bin, sag ihm wie leid es mir tut das ich nicht öfter kommen kann, das ich aber auch bei mir zu hause an ihn denke, ich zupfe vorsichtig ein paar lindenblätter aus der bepflanzung und plötzlich sehe ich sie, sie die „keine tochter“ hat, sie die mich einfach weg geworfen hat, sie die niemals schuld an irgendetwas hat, sie von der behauptet wird, das sie es besser verkraftet hätte wenn ich statt meinem bruder gestorben wäre…. sie schaut mich an, schaut mich an und ihr blick sagt wie immer „DU BIST AN ALLEM SCHULD DU UNDANKBARES DING“

und ich bin hellwach, kann nicht mehr schlafen und sitze hier am rechner, kämpfe mit den tränen, fühle mich klein und mutterseelenallein, bin so winzig und die welt ist so groß, so riesig, weiß nicht wer ich bin

ich weiß das mein „VATER“ nicht mein leiblicher vater sein kann, die blutguppen haben es verraten, auch wenn sie es noch immer nicht zugibt, aber ich weiß es und wenn ich mich so allein fühle, so wie jetzt, dann frag ich mich, wer ist mein vater? ob er mich wohl lieb hätte, also lieb so wie ein vater meine ich und vielleicht auch so ein ganz klein wenig stolz auf mich wäre?

ich hab so oft schon darüber nachgedacht was wohl wäre wenn ich sie zufällig treffen würde, was würde ich sagen, wie würde ich mich fühlen, vor 5 jahren da hab ich meinen „vater“ getroffen und ich war plötzlich ganz klein, demütig wie so ein hündchen was winselnd zu seinem herrn kriecht und hofft keine schläge zu bekommen, ja so fühlte es sich an und so fühlt es sich heute irgendwie auch an und deshalb hab ich auch angst vor so einer verhandlung, über 20 jahre gehirnwäsche (anders kann ich es nicht nennen) und misshandlung, die kann man nicht weg wischen, meine einzigste rettung ist die entfernung und eigentlich müsste ich meiner mutter dankbar sein, das sie den kontakt gekappt hat und „keine tochter“ mehr hat

nun sitze ich hier, es is dunkel um mich herum, alles schläft nur fio sitzt hier und tippt, traut sich nicht ins bett, weil sie angst vor den träumen, den bildern im kopf hat, eine tablette kann ich blöder weise auch nicht nehmen, weil ich weiß das ich dann wieder zu sehr entspanne und so meine bandscheibe wieder probleme macht, hier sitzen ist aber auch nicht so toll, weil es ist dunkel, der tv hinter mir knackt, das radio surrt, die uhr tickt und alles hat so seine geräusche, geräusche die mir sonst egal sind, aber nicht mit diesen gedanken im kopf

ich bin müde, wovor hab ich mehr angst, vorm schlafen oder vorm hier sitzen???? ich weiß es nicht 😥

scheiß vergangenheit

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Eine Antwort zu “Ungeliebtes Kind

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